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Gulda spielt Bach am Clavichord. Was so simpel klingt, birgt einen Schatz an musikalischer Tiefe und Wirkungskraft. Rund um das Jahr 1978 nahm der berühmte Pianist Friedrich Gulda bei etlichen Gelegenheiten sein Clavichordspiel auf. Sei es bei kleineren Konzerten oder seinen vormittäglichen Spielübungen, in denen er sich séance-artig in die Musik vergrub – Aus der einzigartigen Kombination von brillantem Musiker, effektvollem Instrument und herausragendem Komponist entstand etwas Einzigartiges.

Das Clavichord führte nach seiner Hochphase  bis Mitte des 18. Jahrhunderts ein Schattendasein. Durch seine einfache Konstruktion, bei der ein Tastendruck durch einen kleinen Metallstift, Tangente genannt, die Saite in Schwingung versetzt, entsteht ein einzigartiger Klang. Im Zuge der Alte-Musik-Bewegung war Friedrich Gulda einer der prominentesten Pianisten, die sich wieder mit diesem Instrument auseinandersetzten. Neben der Orgel war es das Lieblingsinstrument Johann Sebastian Bachs, der viele seiner Werke daran und dafür schrieb.

Ursprünglich nur zur Selbstkontrolle seines Spiels aufgenommen, wurden die Bänder an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Situationen eingespielt: Mal im kleinen Konzertsaal, im Hotelzimmer oder in Guldas Künstler-Klause in Weißenbach am Attersee. Sein Schüler Thomas Knapp staunte nicht schlecht, als sein Lehrer ihm die Bänder eines Tages entgegen hielt und ihn fragte: "Mogst di hab'n?" Und wer hätte da nicht Ja gesagt? Die einfache Aufnahmetechnik und der schlechte Zustand der mittlerweile 40 Jahre alten Bänder hatten einen aufwendigen Restaurationsprozess zur Folge, an den sich eine digitale Bearbeitung anschloss. Zwar glänzen die professionell aufgearbeiteten Aufnahmen nicht durch herausragende Tonqualität, sehr wohl jedoch durch ihre Bedeutung als überraschend intimes Zeugnis eines charismatischen Musikers.

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