Informationen

Wenn ein Talent über Generationen weitergereicht wird, dann geschieht dies meist ganz unspektakulär. So auch bei Daniel Röhn – einer der aktuell wohl außergewöhnlichsten und für die Zukunft viel versprechenden Begabungen auf der Violine. Besonders fesselt an ihm und seinem Spiel der natürliche, unverstellte Blick auf große Traditionen. Nachdem Vater und Großvater als renommierte Konzertmeister über Jahrzehnte die weltweit einzigartige deutsche Orchesterlandschaft aktiv mitgestalteten, ist nun der Enkel und Sohn als Solist wie auch als Kammermusiker dabei, die klingende Welt zu erobern. Seine beiden ersten CD-Produktionen mit Mendelssohns Violinkonzert sowie mit virtuosen Stücken des 19. Jahrhunderts wurden bereits international vielfach ausgezeichnet. Will man sein Spiel beschreiben, so reicht es kaum, allein von seiner mühelos leicht anmutenden brillanten Virtuosität zu sprechen. Es sind der schmelzend warme Ton und die erzählenden Gesten, mit denen Daniel Röhn sein Auditorium auf sympathische Weise zu fesseln im Stande ist – eine Art des Ausdrucks, die man fast schon verloren gegangen glaubte.

Es muss daher nicht überraschen, wenn Ruggiero Ricci, einer der bedeutendsten Geigenvirtuosen des 20. Jahrhunderts, bereits über den jungen Röhn bemerkte: „Sein Spiel erinnert an die alten Meister.“ Und tatsächlich zögert dieser auch heute nicht, diese anerkennenden Worte mit der ihm eigenen, wundervoll verbindlichen Selbstironie zu bestätigen: „Das meiste habe ich mir bei den Kreislers und Heifetzes einfach abgelauscht. Einer meiner besten Lehrer war der Plattenschrank meiner Eltern.“ So spielt Daniel Röhn nicht nur das große klassische und romantische Konzertrepertoire, mit dem er beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem des SWR Stuttgart und dem Royal Philharmonic Stockholm erfolgreich gastierte. Vielmehr vermag er es wie derzeit wohl kein anderer, die bezaubernden, mit charmantem Alt-Wiener Witz garnierten Charakterstücke eines Fritz Kreisler wieder aufleben zu lassen. Dies gilt für die »Liebesfreud« als klassischen Evergreen ebenso wie für die virtuosen Bearbeitungen nach Werken von Bach, Paganini und Wieniawski. Und so gelingt denn auch der im Bonus-Track über viele Jahrzehnte hinweg geführte Dialog mit Kreisler selbst geradezu spielerisch.
Tracklisting