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Mit ihrer Live-Einspielung des opulenten Elgar-Konzertes hatte Catherine Manoukian Anfang 2013 gezeigt, wie schlank, präzise und zugleich emotional sie romantisches Repertoire spielt.

Dies kommt auch bei ihrer Einspielung der drei Brahms-Sonaten voll zur Geltung: Gemeinsam mit ihrer norwegischen Partnerin Gunilla Süssmann am Klavier präsentiert sie einen Brahms, dessen vermeintlich beherrschte Oberfläche eine reiche innere Gefühlswelt kaum zu verbergen vermag. Und dies ist bei den drei Violinsonaten in besonderer Weise angebracht: Der sonst in privaten Dingen zurückhaltende Komponist greift hier beispielsweise zu Zitaten eigener Lieder, die Aufschluss über biographische Zusammenhänge geben.

Die gelegentlich verwendeten Beinamen "Regenlied-Sonate", "Thuner-Sonate" und "Sinfonische Sonate" greifen dies auf und machen deutlich, wie Brahms den intimen Rahmen der Kammermusik nutzt, weitet und an spieltechnische Grenzen führt. Dies in höchster Intensität hörbar zu machen und dabei immer das Gewebe der Motive und die formalen Zusammenhänge im Blick zu behalten, ist das Verdienst dieser Aufnahme: Eine moderne, entschlackte Lesart mit Gefühl und Tiefe.

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