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Ende Februar 2010 jährt sich der Geburtstag Frédéric Chopins zum 200. Mal. Ein guter Grund, sich erneut mit dieser faszinierenden Persönlichkeit zu befassen. Als Revolutionär des Klaviers versetzte er in seinem kurzen Leben Musikwelt weit über Paris hinaus in Begeisterung, und mit der Einführung polnischer Tanzformen in den Konzertsaal bereicherte er seine Zeit um reizvolle Idiome seines Heimatlandes.


Chopin war vierzehn Jahre alt, als er im Jahr 1824 seine erste Mazurka schrieb, und noch auf dem Totenbett soll er im Oktober 1849 an der Mazurka op. 68, Nr. 4 gearbeitet haben. Dazwischen liegen 25 Schaffensjahre, in denen gleichmäßig verteilt über 50 Mazurken entstanden. Als polnischer Tanz wurde die Mazurka für Chopin Ausdruck seines Patriotismus, als er sich in Paris niederließ; zugleich war sie für ihn aber auch eine Folie für geschliffene Miniaturen mit jeweils so individueller Ausprägung, daß die vorgegebene Rhythmik bei aller Prägnanz nie eintönig wird. Dem steht auch die Wehmut entgegen, die etliche dieser Stücke durchzieht, und nicht von ungefähr überwiegen die Molltonarten.

Anna Gourari hat aus diesem lebensumspannenden Fundus eine persönliche Auswahl getroffen und entfaltet in ihrer neuen Aufnahme eine Art musikalisches Tagebuch, das die Entwicklung des Komponisten wie in einem Fokus hörbar macht. Dabei erweist Anna Gourari sich als Interpretin, die mit ihrem sensiblen Rubato und ihrem Gespür für Farben diese Musik in ein traumwandlerisch sicheres Schwingen und Fließen versetzt. Kein Tanzbodentakt, dennoch ein unwiderstehlicher Sog der Akzente. Kein großes Auftrumpfen, stattdessen ein ganzer Fächer an Kolorit. Kurz: Anna Gouraris Chopin ist ein Glücksfall tänzerischer Poesie.

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