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Das erfolgreiche Kölner Ensemble und mehrfacher Preisträger (u.a. ECHO Klassik) begeistert seit drei Jahrzehnten mit seinem lebendigen Musizierstil auf Originalinstrumenten. Zu diesem Jubiläum macht das Concerto Köln seinem Ruf als "musikalisches Trüffelschwein" wiederholt alle Ehre und spürte eine weitere Perle der Barockmusik auf.


Die Reise führte nach England zu dem Komponisten Charles Avison. Avison ist nicht gerade das, was man einen populären Komponisten nennen könnte, dennoch steht er wie fast kein anderer für die enge Verwebung des englischen und italienischen Musikinteresses im 18. Jahrhundert. Der italienische Gusto stand zu jener Zeit hoch im Kurs und das Concerto grosso – das "Grand concerto" – hatte sich zu einer der populärsten Formen instrumentaler Musik auf der Insel entwickelt. Englische Komponisten schrieben reihenweise Concerti für professionelle Ensembles und bearbeiteten insbesondere populäre Melodien. Avison war ein Meister dieser Form – er komponierte zahlreiche Konzerte auch für den eigenen Gebrauch.

In Newcastle upon Tyne geboren, erhielt er selbst in London Unterricht bei Francesco Geminiani, wiederum ein Schüler Alessandro Scarlattis, der Vater Domenico Scarlattis, dem neben seinem Lehrer seine große Bewunderung galt. Die Bearbeitungen von Domenico Scarlattis Cembalo-Sonaten durch Avison bezeugen die vielleicht intensivsten Auseinandersetzungen mit dem italienischen Stil und rühmen sich nicht umsonst als Meilenstein der britischen Musikgeschichte.

Avison instrumentierte die Sonaten Scarlattis und stellte sie im Allgemeinen nach dem Schema Langsam – Schnell – Langsam – Schnell zu einem Concerto zusammen. In der Regel hält sich Avison an die Grundausrichtung des Originals, arbeitet aber auch schnelle Stücke zu langsamen um (Concerto Nr. 4) oder nimmt Scarlatti-Manuskripte als Grundlage (Concerto Nr. 6), die heute nicht mehr bekannt sind. Er kürzt, schreibt um, erweitert und ergänzt, wo er es für nötig hält. Den besten Einblick in die Arbeitsweise Avisons gibt der direkte Vergleich zwischen Original und Bearbeitung – auf der CD ermöglicht am Beispiel der Cembalosonate K. 29, zeitgleich das „Con Furia“ des Concerto Nr. 6. Hier treffen Scarlatti und Avison unmittelbar aufeinander.
Avison, fasste seine Arbeit und Beobachtungen in seinem Essay on Musical Expression von 1752 zusammen und beschreibt hier detailliert, wie er sich Klang und Orchester vorstellt.

Das Concerto Köln hat sich für diese Einspielung intensiv mit dem Essay auseinandergesetzt und aus den Befunden heraus eine ebenso historisch reflektierte wie zeitgenössische Interpretation entwickelt. Zu Recht als eines der führenden Ensembles für historische Aufführungspraxis bekannt, legt Concerto Köln hier wiederholt Zeugnis über sein Können ab: eine dynamisch-frische und meisterhafte Interpretation Alter Musik.


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