Informationen

Beethovens neun Sinfonien sind eine der tragenden Säulen im Werkekanon der abendländischen Musikgeschichte. Unter dem Dirigat von Franz Konwitschny waren sie schon früh Bestandteil des Aufnahme- und Veröffentlichungsprogramms bei dem Label Eterna, wo auf jeweils mehreren Schellackplatten Aufnahmen der fünften und der sechsten Sinfonie mit dem Gewandhausorchester herauskamen. Die erste auf Vinyl veröffentlichte Einspielung entstand in Form der „Eroica“ Ende 1954 in Dresden mit der dortigen Staatskapelle. Die hier vorgelegte Stereofassung des kompletten Zyklus entstand in Koproduktion mit Philips in der Leipziger Bethanienkirche während dreier Aufnahmezeiträume von 1959 bis 1961.


1949 wurde Franz Konwitschny (1901–1962) zum Gewandhauskapellmeister berufen. Der aus dem Nordmährischen stammende Musiker setzte nach zwei Studienjahren in Brünn seine Ausbildung an dem 1843 von Felix Mendelssohn Bartholdy gegründeten Leipziger Institut (1923-1925) fort und nahm in dieser Zeit die Musiktradition dieser Stadt in sich auf. Sein Leistungsvermögen im Violin- und Violaspiel war bei Beginn der Leipziger Studien bereits so ausgeprägt, dass Wilhelm Furtwängler ihn als Substitut in den Gewandhauskonzerten einsetzte.
Wie im Konzert setzte Konwitschny bei Schallplatteneinspielungen Klangkultur und Präzision des Orchesters voraus. Und er wusste mit seiner suggestiven, beweglichen, impulsiven und doch nicht aufwendigen Gestik das Orchester zu inspirieren. Bei Unterbrechungen und Korrekturen ermöglichte ihm seine untrügliche Fähigkeit, ein einmal aufgenommenes Tempo weiterzuführen, die Geschlossenheit des Ganzen zu erreichen. So sind die hier vorliegenden Aufnahmen bedeutsame Zeugnisse der ungebrochenen Beethoven-Tradition im Gewandhaus und ein wichtiger Teil der deutschen Schallplattengeschichte.