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Igor Markevitch genießt einen legendären Ruf. Erfolgreich war er nicht nur als Dirigent namhafter Orchester, sondern auch als Komponist und (Hochschul-)Lehrer. Zu seinen Schülern zählen Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt und Wolfgang Sawallisch. Barenboim erklärt in seiner Autobiographie „Die Musik – mein Leben“, Igor Markevitch habe damals „eine eigene, sehr individuelle Art zu dirigieren“ unterrichtet. Bei seinen Salzburger Kursen sei er „ganz versessen auf die Klarheit des Klangs, die Klarheit des Rhythmus' und die Klarheit der Gestik“ gewesen.


Nicht zuletzt waren es diese Eigenschaften, die Markevitch ins kollektive Gedächtnis des in den späten 60er Jahren verwaisten Gewandhausorchesters eingehen ließen. 1968 hatte Václav Neumann aus Protest gegen die Niederschlagung des „Prager Frühlings“ und dessen Echo in den Organen der SED sein Amt als Gewandhauskapellmeister niedergelegt. Neumann war es trotz seiner kurzen Amtszeit gelungen, nach der Konwitschny-Ära programmatisch und stilistisch eigene Akzente zu setzen – durch neue bzw. zusätzliche Repertoireschwerpunkte und einen schlankeren, artikulatorisch profilierteren Klang. Markevitch war prädestiniert, hieran anzuknüpfen. Für Eterna dokumentierte Markevitch 1973 seine Vorstellung von Traditionsbewahrung durch Erneuerung ausgerechnet mit einem Werk, das weltweit zu den bekanntesten überhaupt zählt: Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in der Orchesterfassung von Maurice Ravel. Dass Ravels Fassung offenbar mehr Patina angesetzt hat als das rund ein halbes Jahrhundert ältere (Klavier-)Original, macht schon ein flüchtiger Höreindruck von Markevitchs Einspielung evident: Seine Interpretation mutet an, als wolle er eine imaginäre Orchesterfassung von Mussorgski zum Klingen bringen – kantig-schroff statt glanzvoll-elegant. Eben ganz ohne Patina.

Als weiteres Werk enthält die Produktion Mussorgskis sinfonische Dichtung Eine Nacht auf dem kahlen Berge.

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