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Günther Herbig kannte das Berliner Sinfonie-Orchester gut, bevor er dort 1977 sein Amt als Chefdirigent antrat. Er war beim heutigen Konzerthausorchester bereits von 1966 bis 1972 als stellvertretender Chefdirigent tätig gewesen. Mit dem Eintauchen in Ravels bisweilen märchenhaft-verwunschene Musik erweiterte das Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) seine Diskographie erstmals um Werke des französischen Repertoires, die dieser 1952 gegründete hauptstädtische Klangkörper in seinen Programmen zwar nie ignoriert, aber gleichwohl noch nicht aufgenommen hatte.


Soloflötist Richard Waage, von 1961 bis 2002 Mitglied des Orchesters, schätzte den Arbeitsstil seines Chefdirigenten – beispielsweise, wenn es um die Gestaltung von solistischen Partien ging. „Bei Herbig war das, wenn man sich in einen gewissen Kontext einarbeitete, 'offener' als bei anderen Dirigenten. Er ließ da mehr Freiheit. Man konnte mehr anbieten als Persönlichkeit. Das hat mir gut gefallen.“ Als er einmal Herbigs Dirigierpartitur ansehen konnte, beeindruckte ihn, wie dort jeder harmonische Schritt gekennzeichnet war, so dass das Notenbild Spuren einer musikwissenschaftlichen Analyse trug. „Dies war der mathematische Impetus“, der für Herbigs Arbeit auch charakteristisch gewesen sei.

Dieser architektonischen, in formalen Zusammenhängen denkenden Sicht auf die Musik kam die damalige Aufnahmetechnik entgegen, die nicht so kleinteilige Schnitte wie heute ermöglichte. Spannungsbögen sind dadurch plausibler, weil weniger gestückelt werden kann: „Wenn lange Takes sind, ist das aber natürlich organischer“, resümiert Richard Waage. So mögen es nicht zuletzt diese Arbeitsbedingungen und der spezifische Stil des Dirigenten gewesen sein, mit denen es gelang, selbst in einem so unprätentiösen Stück wie der Pavane „den Charakter der Trauer herauszuarbeiten“, der Jürgen Kögel und andere Mitwirkende berührte.

Die Aufnahme enthält Ravels sinfonische Werke La Valse, Ma Mère l'Oye, Pavane pour une infante défunte sowie den weltberühmten Bolero.

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