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Die Jahrhunderteinspielung der Capella Antiqua München ist nun als 3-CD-Set erhältlich. 1974 in Aicha vorm Wald in Niederbayern aufgenommen, lässt sie nicht nur als Tondokument höchster Qualität die unaussprechliche Schönheit der alten Kirchengesänge erlebbar werden. Sie dient heute ebenso als Zeugnis der intensiven Auseinandersetzung mit der über 1000-jährigen Musizierpraxis.


Mit den gregorianischen Gesängen der wichtigsten Feste des Kirchenjahrs – Weihnachten, Ostern und Pfingsten – präsentiert sie einen Querschnitt durch jene Musik, die heute als Ursprung aller abendländischen gilt. Die Einspielung der Capella Antiqua München unter Konrad Ruhland ist längst zu einem Klassiker geworden – gerade weil sie einen Meilenstein des Versuchs darstellt, die Aktualität dieser zeitlosen Kunst der gregorianischen Gesänge aufzuzeigen. Ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Album!

Die Capella Antiqua München wurde 1951 als eines der Vorreiter-Ensembles der Alten-Musik-Bewegung gegründet. Unter der Leitung von Konrad Ruhland (1932-2010) etablierte sich die Formation bis zu ihrer Auflösung 1981 als Spitzen-Interpret für Musik des Mittelalters bis zum Frühbarock. Dafür grundlegend wichtig war der Blick in die tiefgehende Vergangenheit, sodass die Beschäftigung mit Gregorianik unabdingbar wurde.

Die Gregorianik leitet sich namentlich von Papst Gregor dem Großen ab (560-604). Der zuerst mündlich weitergegebene Gesang breitete sich von Rom in das ganze Abendland aus und bildete für fast anderthalb Jahrtausende die Grundlage liturgischer Gesänge der katholischen Weltkirche. Und das ist verständlich, eröffnet sie doch den ganzen Kosmos: "Eine Musik, die dient und deutet, die Emotion und Pflichterfüllung bedeutet, die meditieren und verweilen läßt, die aufweckt und anspornt, die besänftigen und erregen kann" (Konrad Ruhland).