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Gregorianischer Gesang bietet nicht nur einen interessanten Einblick in die Ursprünge kirchlicher Musik und Notation ab dem Jahr 650, sondern die erhabenen Gesänge bieten sich auch für bewusste Momente der Rückbesinnung und Kontemplation an – so liegt es nahe, dass zur Festzeit das Weihnachtsalbum "Gregorian Christmas" der Capella Antiqua München mit ausgewählten Werken der Gregorianik veröffentlicht wird. Die 1951 in München gegründete Capella Antiqua ist eines der wichtigsten Ensembles, die sich intensiv mit der Musik vom 13. bis zum 17. Jahrhundert beschäftigen. Der Schwerpunkt des 9-19-köpfigen Ensembles liegt dabei allerdings in der Gregorianik. Die Diskografie der Capella Antiqua umfasst zahlreiche Einspielungen, die unbedingt eine Wiederentdeckung wert sind; die Ergänzung von "Gregorian Christmas", der legendären und originalgetreuen Weihnachtsklassiker der Gregorianik sind ein Unikat besinnlicher und festlicher Musik zur Entspannung in der Weihnachtszeit.


Der gregorianische Choral als ein musikhistorisch zentraler Ausgangspunkt der abendländischen Liturgie ist mehr als nur solistisch vorgetragener Gesang der römisch-katholischen Kirche: Auf dem musikalisch und musiktheoretisch nährhaften Boden der Gregorianik sprießt nachfolgend nicht nur kirchliche, sondern auch weltliche Musik, nicht zuletzt wegen den zentralen Entwicklungen im Bereich der Notation. Nachdem ab dem 9. Jahrhundert die Musiktexte mit Zeichen, sogenannten Neumen versehen wurden, formte sich, während die Gregorianik weiterhin vorherrschte, über geografisch und strukturell unterschiedlich begründete Strömungen, bis zum 12./13. Jahrhundert langsam eine Notenliniennotation heraus, die prinzipiell unserer heutigen Notation sehr ähnlich ist: Klanglich und musikhistorisch bietet die Gregorianik somit immer wieder ein aufschlussreiches Bild der Quelle der Liturgie.