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Im Winter des Jahres 1798 treffen zwei Titanen der Musikwelt zu einem Duell der besonderen Art aufeinander: Ein musikalisches Kräftemessen am Klavier vor erlesenem Publikum, welches durch Applaus den Sieger küren darf. Die passende Bühne für dieses Ereignis bietet der Freund und Gönner Mozarts, Raimund Baron Wetzlar zu Plankenstern. Sein Palais kann noch heute direkt am Schönbrunner Schlosspark besucht werden.

Der gerade 28-jährige Ludwig van Beethoven gilt bereits als Virtuose am Flügel und Meister der Improvisation. Er war ursprünglich zu Studienzwecken von Bonn nach Wien gereist, um bei Joseph Haydn Unterricht zu nehmen. Sein Kontrahent, der 25-jährige Johann Joseph Baptist Woelfl stammt aus Salzburg, ist Schüler von Leopold Mozart und musiziert sich nicht weniger erfolgreich durch die Wiener Musikszene.

Beide hatten ihre ersten erfolgreichen Auftritte im Alter von sieben Jahren absolviert und wetteifern nun um die Gunst des Wiener Publikums. Der Ausgang des virtuosen Wettstreites scheint ein Patt gewesen zu sein. Der Zeitzeuge Ignaz von Seyfried berichtet dazu, dass es letztlich offen bleibe, welchem der beiden "Kämpfer vorzugsweise die Siegespalme" zustehen würde.

Ausnahmepianistin Luisa Imorde weckt den Geist dieses Treffens der Musikgenies wieder zum Leben. Auf ihrem Album-Debüt bei Berlin Classics, "L'Affaire d'honneur", lässt sie noch einmal die beiden Kontrahenten gegeneinander antreten. Die junge deutsche Pianistin machte, ähnlich wie Beethoven, ihre ersten musikalischen Schritte in der Umgebung von Bonn. Im Alter von sieben Jahren hatte sie bereits mehrmals auf der Bühne gestanden. Jetzt liegt ihr Lebensmittelpunkt in Salzburg, wie ursprünglich der von Mozart und Woelfl.

Imorde kontrastiert die Variationen von Woelfl und Beethoven über dasselbe Thema von Salieri - "La stessa, la stessissima", welche Anfang und Schluss dieser Aufnahme bilden. Daraufhin lässt sie Mozart mit Adagio und Fuge für zwei Klaviere in die Zukunft weisen, die sie gemeinsam mit ihrem ehemaligen Lehrer am Mozarteum, Jacques Rouvier, eingespielt hat. Dann folgt Beethoven mit seiner berühmten "Pathétique". Anschließend verwendet Woelfl, der selbst ein großer Bewunderer Beethovens war, das thematische Material und die Form der "Pathétique" und versucht sie in seiner c-Moll-Sonate noch zu übertreffen.

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