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Das Verhältnis zwischen Robert Schumann, Clara Schumann und Johannes Brahms gehört sicher zu den reizvollsten und bewegendsten des gesamten 19. Jahrhunderts. Musikalisches und Privates sind bei ihnen eng miteinander verwoben, und manches aus dem einen Bereich erhellt sich erst vor dem Hintergrund des anderen. Auf ein solches beredtes Beziehungsgeflecht ist die Pianistin Ragna Schirmer gestoßen.


Von Clara Schumanns "Romance variée" ausgehend, die sie Robert gewidmet hatte, zitieren sich die beiden in den jungen Jahren ihrer großen Liebe in zwei weiteren Variationswerken gegenseitig. Zwanzig Jahre später wird das Thema erneut von Clara verwendet, nun vor ganz anderem Lebenshintergrund, wie Ragna Schirmer in ihrem Geleitwort im Beiheft ausführt: "Die liebevolle Hinwendung und Zartheit, mit der Clara dies Romanzenthema innerhalb ihrer Variationen op. 20 in der Mittelstimme des Chorals der letzten Variation einflicht, kann nur als Botschaft gedeutet werden, die der zu dem Zeitpunkt schon kranke Robert verstanden haben muss." Ein Jahr danach komponiert Johannes Brahms seine Variationen op. 9 über ein Thema von Robert Schumann. Dabei läßt der enge Freund beider Schumanns auch ihr Romanzenthema erscheinen, ganz dezent in einer Mittelstimme, wie einen innigen Gruß.

Warum Ragna Schirmer sich entschieden hat, bei dieser Aufnahme ein historisches Instrument zu spielen, erläutert sie folgendermaßen: "Die Überlegung, dass für diese Liebesbotschaften gerade die Zwischentöne, die Mittelstimmen, eine exponierte Rolle spielen, brachte mich auf diesen Gedanken. Die verstärkte Hinwendung zur Virtuosität gegen Ende des 19. Jahrhunderts ließ den Klavierbau die Höhen immer mehr verstärken und den Klang aufspreizen. Aber gerade das Darstellen der Virtuosität einer Clara Schumann auf einem historischen Instrument mit der leichtgängigen Mechanik jener Zeit lässt mich die Spielweise der Werke noch genauer spüren. So war es für mich ein großes Glück, einen Blüthner Flügel von 1856 zu finden, der sich im Originalzustand befand. Man kann also davon ausgehen, dass das Klangspektrum dieses Instruments dem entspricht, was Clara, Robert und Johannes gehört haben."


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