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Im Jahr 1980 erschien in der „Zeit“ ein Artikel mit folgender Überschrift: „Ein König der Trompete. Der Dresdner Ludwig Güttler kennt keine Grenzen.“ Neun Jahre vor dem Mauerfall umreißt die (damals noch nicht gesamtdeutsche) Zeitung, was das „Phänomen Güttler“ bis heute ausmacht. Der Künstler kennt in vielerlei Hinsicht keine Grenzen: die deutsch-deutsche Grenze hatte er schon lange vor 1989 überwunden, indem er sein Publikum auch in der alten BRD suchte und fand. Allein die Anekdoten, wie Güttler nahezu im Alleingang sich Konzerte im „Westen“ organisierte, füllt Seiten in seiner Biografie. Und auch die musikalisch-künstlerische Entwicklung ist bis heute nicht abgeschlossen. Immer noch ist der mittlerweile 73-jährige aktiv, arbeitet ständig an neuen Projekten, entwickelt Ideen, gibt zahlreiche Konzerte in ausverkauften Häusern. Grenzenloses Interesse an und in der Musik.

Ein Meister seines Fachs ist der Trompeter gewiss. Aber er begeistert auch auf dem Corno da caccia, für dessen Wiederentdeckung er Maßgebliches leistete. Zudem gründete er Ensembles wie die Virtuosi Saxoniae und dirigiert. In über 40 Jahren ist eine einzigartige Vielfalt seines Repertoires gewachsen. Von Barock über Klassik bis zur Moderne, von Schütz über Bach und Mozart bis zu Hindemith kann Güttlers Meisterschaft entdeckt werden. In einem Interview anlässlich der Entstehung dieser Edition gibt er in seiner unnachahmlichen Weise Antwort auf die Frage, ob das Repertoire, die Fülle des Stoffs noch zu überschauen ist: „Ja, von mir schon – überschaubar im Rückblick, präsent im gegenwärtigen Bewusstsein und verlockend im Planen von künftigen Unternehmungen. Der Umfang dieser Edition von 20 CDs macht mich stolz. Dennoch beinhaltet sie freilich nur eine Auswahl unserer in den Jahren gewachsenen Aufnahmen im Studio und im Konzert.“

Nur wenige Musiker im solistischen Bereich können auf eine derart vielfältige und umfangreiche Diskographie zurückblicken. Und noch ist seine Neugier nicht gestillt – denn wie heißt es im Beiheft zur Edition: Ohne Neugier kein Leben, kein Fragen! Man sollte ergänzen: Ohne Neugier kein musikalisches Schaffen in dieser Meisterschaft!

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