Künstler
Sir Roger Norrington Zürcher Kammerorchester
Komponisten
Franz Joseph Haydn Ludwig van Beethoven Wolfgang Amadeus Mozart
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Genre
Kammermusik
Erschienen am
11.10.2013
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Wien 1789? Bei dem Jahr denkt man natürlich zuerst an Paris und die Französische Revolution. Der Hamburger Pianist Sebastian Knauer macht auf seiner neuen Aufnahme jedoch hörbar, dass sich auch ein zeitgleicher Blick nach Wien lohnt. Denn da schrieben die großen Komponisten der Wiener Klassik Musik, deren Gegenüberstellung die interessante Perspektive einer "Staffelübergabe" eröffnet. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte sein letztes Klavierkonzert, KV 595, Ludwig van Beethoven sein der Abfolge nach erstes Klavierkonzert, op. 19 – beide in B-Dur und auch sonst mit einigen Verwandtschaften.


Aus diesen Werken tönt die Revolution natürlich nicht direkt heraus, denn so globalisiert war diese Zeit noch nicht. Die Gedanken der Aufklärung trieben die Menschen allerdings auch anderswo um. Daher ist es kein Zufall, dass diese Verkettung zwischen zwei Komponisten stattfand, die in ihrer gesellschaftlichen Verankerung den Übergang von höfischer Eingebundenheit zum bürgerlichen Musikleben verkörpern. Joseph Haydns Klaviersonate Es-Dur, Hob.XVI:49 entstand ebenfalls im Revolutionsjahr und ist ein schönes Beispiel dafür, dass der älteste unter den drei großen Wienern Beethoven oft näher steht als Mozart. Aus diesem Grunde ist sie in dieser Zusammenstellung auch überzeugend in der Mitte platziert. Wie Sebastian Knauer zeigt, erweist sich die übliche Reihenbildung zwischen den Komponisten insgesamt als bloßes Schema, das die Gleichzeitigkeit leicht aus dem Auge verliert.

Bei seiner neuen Aufnahme konnte Sebastian Knauer auf vertraute Partner bauen: Im Zürcher Kammerorchester unter Sir Roger Norrington hat er – nach dem hochgelobten vorigen gemeinsamen Projekt "Bach & Sons" – erneut Brüder im Geiste gefunden, was historisch informierte Interpretation auf modernen Instrumenten angeht. Das Ergebnis spricht für sich: Wenn sie so geistreich kombiniert und dargeboten werden, hört man auch populäre Meisterwerke plötzlich (und gern!) mit anderen Ohren.


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