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14. Feb

“Zuhälterballade” – Asya Fateyeva spielt ein Stück aus der Dreigroschenoper zusammen mit ihren Kammermusik-Kollegen

Nachdem die junge Saxophonistin Asya Fateyeva mit der ersten Single "Saxophon-Quintett, Op. 34" schon einen spannenden Ausblick auf ihr neues Album "Jonny" gegeben hat, gibt es ab sofort ein Werk aus der Dreigroschenoper zu hören. Das Stück mit dem obszönen Namen "Zuhälterballade" kann man bei dieser Aufnahme als Arrangement für Saxophon, Streichquartett und Klavier neu entdecken.

War Adolf Buschs Quintett für Altsaxophon und Streichquartett noch ein Kammermusikwerk spätromantischer Prägung, nahm auch die experimentierfreudige Avantgarde das Instrument in ihre Kompositionen auf. Schönberg-Schüler Anton Webern stellte das Saxophon gleichberechtigt neben Klarinette, Violine und Klavier, sein Quartett gilt als beispielhaft für die absolute Regelhaftigkeit seiner Kompositionen und wurde für seine Originalität von Alban Berg hoch gelobt. Andere Komponisten übernahmen rhythmische und melodische Elemente aus dem Jazz. So integrierte Erwin Schulhoff für seine Hot Sonata Jazzelemente in die Strukturen der klassischen Sonatenform, ohne dass der Jazzcharakter, seine Spontaneität und Leichtigkeit, seine Farbigkeit und Expressivität, dadurch verlorenging. Tanzmusik prägte auch den „Songstil“ Kurt Weills und die musikalische Sprache seiner Dreigroschenoper. 1928 uraufgeführt, steht sie mit ihrer Mischung aus Jazz, Operette und Jahrmarktsmusik repräsentativ für die Zeit ihrer Entstehung, für die Doppelmoral einer bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft und die von Vergnügungssucht geprägten späten Zwanziger Jahre.

Das komplette Album "Jonny" von  Asya Fateyeva ist ab dem 28.02.2020 erhältlich. Bis dahin kann man mit den beiden Singles "Saxophon-Quintett, Op. 34" und "Zuhälterballade" in die Welt der 1920er Jahre eintauchen und sich von dem weichen Klang der herausragenden Saxophonistin verzaubern lassen.