Biography

Es gibt heute zwischen Wien und New York, Berlin und Buenos Aires wohl kaum ein berühmtes Opernhaus, zwischen Moskau und Toronto, Salzburg und Helsinki keinen Konzertsaal von Bedeutung, wo ein Gastspiel Peter Schreiers keine vollen Häuser garantiert.

Der in Dresden wohnhafte und in Berlin künstlerisch beheimatete Sänger gehört zu den berühmtesten Künstlern seines Fachs. Die Zeitspanne, in der er vom ersten lyrischen Tenor der Dresdner Oper zum ersten lyrischen Tenor der Gegenwart avancierte, war erstaunlich kurz. 1961 stand er als Erster Gefangener in Beethovens "Fidelio" in Dresden erstmals auf einer Opernbühne. Bereits 1967 verkörperte er in der Salzburger Festspielaufführung der "Zauberflöte" den Tamino, und noch im gleichen Jahr sang er diese Partie auch an der Metropolitan Opera in New York. Sein Debüt an der Mailänder Scala folgte im Januar 1968.

Der steile Aufstieg von lokalem Rum zum Weltruhm hat freilich weit tiefere Wurzel, als es auf den ersten Blick erscheint. Peter Schreier wurde am 29. Juli 1935 in Meißen geboren, wuchs in dem nahegelegenen Elbdörfchen Gauernitz auf und bekam als Lehrer- und Kantorensohn die Liebe zur Musik gleichsam in die Wiege gelegt.
In der ersten Christvesper, die der Kreuzchor nach dem Krieg veranstaltete, trat er zum ersten Mal als Solist vor die Öffentlichkeit.
Zunächst drang der Ruf des jungen Künstlers allerdings nicht weit über die Grenzen der Elbstadt hinaus. Selbst als der Knabenalt des Kreuzchores zum lyrischen Tenor der Dresdner Staatsoper herangereift war, änderte sich daran nicht allzuviel. Erst nach seinem Debüt an der Deutschen Staatsoper Berlin (1962) stieg er in knapp fünf Jahren zu einem Sänger von Weltbedeutung auf.

In der Wiener Staatsoper und den Konzertsälen der Donaumetropole ist er seit der denkwürdigen Aufführung von Bachs h-moll-Messe unter Karl Richter im Jahre 1965 ständiger Gast, ebenso in Salzburg. Der gesuchteste Bach- und Mozartinterpret der Gegenwart ist jedoch keinesfalls auf diese beiden Meister allein festgelegt. Gerade die Darbietung des Loge und des David in Herbert von Karajans Salzburger "Rheingold"- und "Meistersinger"-Einstudierung zu den Osterfestspielen im Frühjahr 1973 bzw. 1974 erregten ebenso großes Aufsehen wie seine klassischen Deutungen von Mozarts Tenorpartien unter Karl Böhm, Josef Krips und Wolfgang Sawallisch, wie seine Liederabende während der sommerlichen Festspiele in Salzburg und den anderen großen Kunstmetropolen der Alten und Neuen Welt.

Wenn Peter Schreier heute nicht nur zu den gesuchtesten Opern- und Oratoriensängern unserer Tage gehört, sondern auch zu den berühmtesten Liedgestaltern, so braucht man nach Gründen dafür nicht lange zu suchen: Er besitzt nicht nur eine der schönsten und vielseitigsten lyrischen Tenorstimmen, die man heute kennt, er ist auch einer der intelligentesten musikalischen Gestalter.

  • Peter Schreier - Peter Schreier sings Christmas carols

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